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Rezension: Ferdinand von Schirach - Verbrechen

Veröffentlicht am 03.09.2012, 15:33 Uhr     Druckversion

Cover: Verbrechen Ferdinand von Schirach, Jahrgang 1964 und Enkel des Reichsjugendführers Baldur von Schirach, ist Anwalt und Strafverteidiger in Berlin. Von seinen Fällen ließ er sich zu dem 2009 erschienenen Kurzgeschichtenband „Verbrechen“ inspirieren, in dem es um elf Fälle geht - Mord, die japanische Mafia, Prostitution und Kannibalismus, was man in Berlin eben so erlebt. Die Sprache ist klar und ungekünstelt, die Fälle werden eher berichtet als erzählt.

Das Buch war ein Spiegel-Bestseller, kam bei vielen Kritikern gut weg. Die Süddeutsche Zeitung befand anlässlich des zweitens Bandes „Schuld“, aber auch zum ersten Teil durchaus passend: „Das Strafrecht ist nun einmal, weil es dabei um Leib und Leben geht, ein erregendes Fach. Es ist so erregend, dass man kein besonders guter Erzähler sein muss, um sein Publikum zu finden; der Fall erzählt sich selbst. Wenn man ein sehr guter Erzähler ist wie der Berliner Strafverteidiger Ferdinand von Schirach: umso besser.“ Immerhin gab es für „Verbrechen“ den Kleist-Preis 2010.

Mein Eindruck war, dass hier viele gute Geschichten und Charaktere kaum mehr als skizziert sind, die jetzt noch weiter auserzählt werden könnten. Doris Dörrie hat es getan und die Geschichte „Glück“ verfilmt, in der es um eine Prostituierte geht, der ihr Kunde, ein Politiker, quasi unter den Händen wegstirbt. Und deren Freund in Unkenntnis der genauen Umstände die Leiche verschwinden zu lassen versucht. Filmtauglich ist für mich auch der Kommissar aus „Notwehr“ mit der Weisheit: „Folgen Sie dem Geld oder dem Sperma. Jeder Mord klärt sich so auf.“





Homepage: Martin Habersaat, MdL


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